Darf ich mich während einer Globuli-„Therapie“ anfassen?

Mr. MIR’s Brief an die Deutsche Apothekerzeitung:

Ramen, Apotheker, welche Ihr Wissenschaftler sein sollt, aber nicht wollt, weil Geld nicht stinkt und das Volke bereit ist, Euren Globuliglauben aufzusaugen!

Darf ich die Globuli anfassen?

Darf man Globuli anfassen. Diese dämliche Frage wird zum Thema in der Apothekerzeitung gemacht. Oh aua, wie weh das tut, im Hirn welches Gebrauch findet. In der Apothekerzeitung, welche wahrscheinlich in Hogwarts aufgelegt wird, wird Papier und Bandbreite dafür verschwendet, um zu klären, ob man während einer spirituellen Nichtbehandlung mit geschütteltem Nichts auf Zucker zB. wixxen oder Kaffee trinken darf.

Daniela Haverland labert esoterischen Schwachsinn: Ist Kaffee während einer homöopathischen Behandlung verboten? Nicht unbedingt! Seit Samuel Hahnemann haben sich die Ansichten diesbezüglich geändert.

Ramen, ihr Apotheker, aufgrund welcher Evidenz hat man Hahnemanns Erfindung, dass Kaffee nicht erlaubt sei, wieder enterfunden? Was treibt Akademiker (Ramen, sofern die Pharmazie im 3. Jahrtausend akademisch noch ist) dazu, solch geistigen Glaubensmüll ins Volke zu speien? Das Geld alleine treibt euch an, wird von MIR vermutet. Und auch die Geltungssucht und die Überheblichkeit etwa auch?

Weitere typische Fragen von „Apotheken“kunden lauten:

  • Wie sieht das aus mit der Lagerung und Haltbarkeit?
    Ja so frage doch, wie lange Zucker haltbar ist!
  • Kann ich die Globuli auch selbst anfassen, obwohl mein Kind sie nehmen soll?
    Ja so frage Dich doch selbst, ob Du Deinen Hände gewaschen hast!
  • Darf ich sie überhaupt anfassen, oder muss ich einen ­Löffel nehmen? Falls Ja: Plastik oder Metall?
    Ja so frage doch, warum denn nicht?
  • Und was ist, wenn nicht drei, sondern vier Globuli aus der Flasche gerollt sind? Was mache ich mit dem ­Kügelchen, welches zu viel ist?
    Ja so frage doch, ob Du es verantworten kannst, wenn die esoterischen Apotheker 25% mehr Gewinn mit Deinem Irrglauben machen.

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Alternativspirituelle wissenschaftliche Anmerkung: Onanieren während einer FSMoPathischen Placebofortebehandlung ausdrücklich erlaubt!
Hail Eris und Ramen.

FSMoSophica.org/FSMoPathie


Der Hintergrund für solcherlei albern‘ Fragen sind gewisse esoterische Empfehlungen oder zwielichtige Hinweise, und der Pseudowissenschaftler im Pharmazeuten will natürlich wissen, inwieweit sie durch billigen Studien belegt und bewiesen sind. Die Studienlage ist sehr dürftig, es gibt nur vereinzelte pseudowissenschaftliche Versuchsansätze.

Ganz klar muss man sagen, dass alle bestehenden Aussagen zu besonderen Anwendungen von homöopathischen Arzneien immer nur auf Erfahrungsberichten und Meinungen der Flachleute beruhen, also in der Tat pseudowissenschaftlich sind. Nun gilt es, aus allen, mit Sicherheit widersprüchlichen Aussagen die Essenz zu bilden oder zu erschütteln, um einen Ansatz zu haben, den man auch in der placebokapitalistischen Praxis bei der Beratung zur Selbstmedikation vertreten kann.

Alle homöopathischen Vorschriften haben ihren Ursprung im „Organon“ von Samuel Hahnemann. In seiner „homöopathischen Bibel“ hat Hahnemann alle Einzelheiten erfunden: Wie man mit der Homöopathie arbeiten muss, was man alles beachten muss, um die richtige Arznei zu finden, welche Arten von Krankheiten es gibt, und wie sie homöopathisch behandelt werden, und natürlich auch, welche Heilungshindernisse vorkommen können. So hat Hahnemann klar beschrieben, was der homöopathische Patient alles meiden soll, ­damit die Arznei gut greifen und wirken kann.

Wer diesen Text von Hahnemann zu lesen vermag, indem sein Hirne mitarbeitet, frägt sich natürlich höchstverwundert, wie Patienten in der heutigen Zeit eine so schwachsinig definierte (=homöopathische) Therapie an sich durchführen lassen können. So ist es von den klassischen (=Hahnemann-basierten) Homöopathidioten bereits akzeptiert, dass nicht alles, was Hahnemann im Organon geschrieben hat, in der heutigen Zeit strengstens eingehalten werden kann. Auch Hahnemann hat bei der Niederschrift aus eigener Erfahrung und damit nach bestem Wissen und Gewissen, jedoch ohne jegliche Wissenschaftlichkeit gehandelt (und seine Ansichten von Auflage zu Auflage des Organons teilweise auch – ohne jegliche Evidenz – geändert).

Ramen oh Ramen, esoterische Apothekerzeitungsschreiberlinge! So könnte ich fortfahren und Euch Eure dämlich-esoterischen Worte um die Ohren hauen, aber ich habe jetzt Schmerzen.

Einen hab‘ ich noch:

Keinen Kaffee trinken und nicht die Zähne putzen?

Bei der Einmalgabe muss die Arznei mit ihrer homöopathischen Energie im Körper „ankommen“; eine Störung der Energie durch Antidote (manche homöopathische Arzneien stören sich gegenseitig) oder Kaffee und ätherische Öle kann die Arznei unwirksam machen. Hierzu gibt es reichlich Erfahrungsberichte von Therapeuten. In so einem Fall kann man wirklich empfehlen, die Therapeutenmeinung anzunehmen und sich an die Vorgaben zu halten. Auch diese können sehr variieren. Die einen raten, in der ersten Woche nach der Arzneigabe auf Kaffee sowie campher- und mentholhaltige Tees, Einreibungen, Bonbons oder Zahnpasta zu verzichten; die anderen erwarten dies mindestens über vier bis sechs Wochen zu tun, denn erst dann könne man abschätzen, ob die Hochpotenz eine Wirkung beim Patienten auslöst. Es hat sich z. B. bewährt, auf den Genuss von Kaffee immer dann zu verzichten, wenn er die Symptomatik der Beschwerden verschlimmert (was z. B. auf die Arzneimittelbilder von Nux vomica, Ignatia oder Sulfur zutrifft).

Einen hab‘ ich noch:

Löffel – aus Metall oder Plastik oder was sonst?

Wenn man nun unbedingt einen Löffel mit ins Spiel bringen will, was eigentlich nur bei dem „Verkleppern“ (das Lösen von Globuli in Wasser mit schnellem Rühren zur Aktivierung der homöopathischen Energie) einen Sinn macht, so stellt sich die Frage: Metall oder Plastik? Der Plastiklöffel gewinnt bei diesem Vergleich meistens, da Hahnemann in seinen Erfahrungsberichten erwähnt hat, dass Metalle die homöopathische Energie stören können. Wie man aber dann auf Plastik kommt, wäre ja eigentlich sehr spannend, denn zu Hahnemanns Zeiten stand es noch nicht zur Verfügung. Will man streng nach Hahnemann arbeiten, so nimmt man den berühmten Hornlöffel, der in den Tiefen eines Rezepturschrankes ab und an noch zu finden ist. Die Metalle, die zu Hahnemanns Zeiten eingesetzt wurden, waren häufig verunreinigt, deshalb hat Hahnemann festgestellt, dass starke Metall-Reaktionen eine Störung der homöopathischen Energie hervorrufen können. Heutzutage hat dies keine Bedeutung mehr, denn Globuli werden industriell hergestellt, u. a. auch in Edelstahlkesseln, und wirken trotzdem. Und ganz nebenbei: Wie steht es mit den homöopathischen Arzneien, die injiziert werden? Solange es keine Plastikkanüle gibt, muss man wohl auch hier die Metallkanüle benutzen.

Einen hab‘ ich noch:

Scannen verboten?

Weitverbreitet ist auch die Meinung, dass jegliche Strahlung die homöopathische Energie stören und die Arzneiwirkung zunichte machen kann. Dazu gibt es zumindest eine wissenschaftliche Publikation [1]: Untersucht wurde der Einfluss von elektromagnetischen Feldern auf homöopathische Mittel mithilfe von homöopathischem Thyroxin und dessen ­Wirkung auf „Hochland-Frösche“. Was etwas befremdlich klingen mag, hat aber immerhin im Ergebnis gezeigt, dass es für die homöopathische Wirkung keine Rolle spielt, ob die Arznei mit elektromagnetischer Strahlung in Berührung kommt oder nicht.

[1] Weber S, et al. The effect of homeopathically prepared thyroxine on highland frogs: influence of electromagnetic fields. Homeopathy 2008;97(1):3-9

Wixxxen und Schütteln: Mehr zum Thema:

Heilpraktikerin für miasmatische Homöopathie deckt auf- Masturbation ist ein Impfschaden

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